Enneagramm

     

„Es ist immer besser sich selbst zu erobern, als tausend Schlachten zu gewinnen.
Dann gehört dir der Sieg. Er kann dir nicht genommen werden,
nicht von Engeln oder Dämonen, von Himmel oder Hölle.“
( B u d d h a )

Das Enneagramm schenkt uns die Möglichkeit unser Urmuster, Verwicklungen zu identifizieren und gleichzeitig unser wahres Sein unter den Schichten zu sehen. So kann das Enneagramm uns helfen, in eine tiefere Selbsterkenntnis zu gelangen, unsere typischen Muster, die Schwelle, die verhindert, den letzten Schritt zu gehen, zu erkennen und zu unserer Wahrheit zu erwachen. Gleichzeitig schenkt uns das Enneagramm mit seiner sehr komplexen Typisierung ein Verständnis für unsere Unterschiedlichkeit im Handeln, Wahrnehmen, Fühlen und Reagieren.

Es ist wichtig zu verstehen, dass die Enneagrammtypen weder die individuelle Persönlichkeit noch das wahre Sein widerspiegeln. Im Enneagramm werden unsere Charakterfixierungen beschrieben, unsere grundlegenden Muster, Angst, Verhaltens- und Wahrnehmungsarten. Das Enneagramm zeigt auf welchen Grundbedürfnissen und Grundängsten unsere Muster fußen, welchen Reaktions- und Wahrnehmungsmustern wir folgen.

Das Enneagramm beschreibt neun Charakterfixierungen: Den Reformer, den Helfer, den Macher, den Individualisten, den Beobachter, den Skeptiker, den Abenteurer, den Anführer und den Vermittler. Diese neun Typen haben jeweils 3 Subtypen. Jede Fixierung hat zudem weitere Ausprägungen, sogenannte Flügel. So beschreibt das Enneagramm letztendlich 54 Typen und ist eine der komplexesten Typisierungen und Hilfen auf dem Bewusstseinsweg.

Der Ursprung des Enneagramms ist ungewiss. Einige Quellen finden das Enneagramm bei den Ur-Christen und der Mystik der Sufi, anderen Quellen zufolge, soll das Enneagramm 2500 v. Chr. in Babylonien, in der Schule des Pythagoras oder bei Plato entstanden sein. Sicher wissen wir, dass Gurdjieff,
ein Weisheitslehrer aus Armenien, dem Enneagramm im asiatischen Raum begegnete und es in Russland zu lehren begann. In den Siebzigerjahren brachte der Psychiater Claudio Naranjo das Enneagramm in den Westen. Seine Arbeit und die Auslegungen seiner Schüler, unter anderen Riso, Palmer und Jaxon-Bear, sind heute weit verbreitet. Dabei kann der Ansatz sehr unterschiedlich sein. Für mich persönlich dient das Enneagramm nicht nur als Instrument der Persönlichkeitsverbesserung sondern bietet als wahres Instrument der „Inneren Schmiede“ eine Möglichkeit, Muster zu lösen und zu erkennen, wer wir in Wirklichkeit sind.